Wir brauchen Eier!

Allgemein

Heim und Herd als ihr gottgegebenes Habitat – dieses überkommene Frauenbild gehört zum Glück immer mehr der Vergangenheit an. Frauen sollen Karriere machen können. Welcher moderne Geist sollte sich diesem Ansinnen entgegenstellen? Dass sich die Trends setzenden Unternehmen Apple und Facebook ihren innovativen Kopf auch zu dieser Frage machen, ist zwingend logisch. Und dass die Branchenriesen dabei nicht auf hergebrachte Lösungen setzen, ist auch klar. Ihre Mitarbeiterinnen sollen nicht auf’s Kinderkriegen verzichten, sie sollen den Nachwuchs lediglich erst einmal auf Eis legen!

Im Klartext: Frauen, die ihre Eizellen einfrieren lassen wollen, um den Kinderwunsch dem Karriereplan anzupassen, sollen nach bisher nicht bestätigten NBC-Berichten mit bis zu 20.000 US-Dollar alimentiert werden – genug für eine zehnjährige Eiszeit. Hat die IT-Wirtschaft ein Frauenproblem? Ja. Microsoft soll einen Frauenanteil von nur 29, Google einen von 30 und Facebook einen von 31 Prozent haben. Vorbildlich also, was man sich in den Think Tanks in Menlo Park und Cupertino ausgedacht hat? Wenn da nicht der fade Beigeschmack von Aldous Huxley wäre.

Verzicht statt Integration

Ein Lösungsweg, den Volkswirtschaftler und Demoskopen nicht unbedingt als einen goldenen bejubeln dürften. Niedrige Geburtenraten sind der größte Feind eines Sozialstaates. Wer soll die Renten zahlen, wenn die Alten immer mehr und die Jungen immer weniger werden? Die USA stehen zwar besser da als Deutschland, liegen aber bei den weltweit ermittelten Quoten nur auf Rang 147.

Sind bei diesen Zahlen so drastische Maßnahmen wirklich nötig. Den Generationenvertrag zerknüllen, nur um Frauen in den Unternehmen zu halten? In Skandinavien geht es auch anders. Dort gehört schon seit den 1970ern bezahlter Elternurlaub, Arbeitsplatzgarantie und finanzielle Unterstützung bei der Betreuung von Kleinkindern und Schülern zum Maßnahmenrepertoire. Wären da nicht Krabbelgruppen, Kindergärten und Krippenplätze in den Unternehmen eine intelligentere Investition als in eine Technologie, die Kinderverzicht statt -integration verspricht? Über die Pros und Contras lässt sich trefflich streiten.

Muster erkennbar

Interessant ist, dass man auch im Thema Frauen und Karriere das grundlegende Selbstverständnis der beiden Giganten superdeutlich erkennen kann. Erstens: Es gibt für alles eine Lösung – in der Regel eine technologische. Zweitens: Haben wir diese Technologie nicht selbst hervorgebracht, kaufen wir sie ein – Geld spielt dabei keine Rolle. Aber drittens und am wichtigsten: Wir wollen das Leben der Menschen beeinflussen, verändern und im Idealfall verbessern. Zufall darf keine Variable sein. Manipulation zu ihrem Besten. Das ist schon ein bisschen schöne neue Welt. Spookie!

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